Pilgerreise durch Amerika

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Pilgerreise durch Amerika

Beitragvon kashiraja am Mi 21.09.2016 15:36

Schon Anfang des Jahres habe ich den Flug nach Buenos Aires für den 21. Oktober gebucht, heute auch ein Zimmer für die ersten 7 Tage. Vorbereitungen sind im Rahmen. Ob ich wieder Tagebuch schreiben werde wie in Indien oder Russland, weiß ich noch nicht. Der größte Nachteil des Tagebuchschreibens ist, dass man immer wieder ins Deutsche zurückgeworfen wird Ich würde mich gern für einige Monate ins Spanische versenken.
Geplant ist die Reise durch alle spanischsprachigen Länder bis nach USA, wo ich zwei bis drei Monate mit dem Auto unterwegs sein will. Rückflug aus Kanada Mitte Mai 2017.
Ziel: Mutter Erde besser kennenlernen, spirituelle Orte abklappern, geschäftliche Dinge erledigen.
Wenn du Freiheit willst, gib sie zuerst.
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kashiraja
 
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Meine 7-monatige Reise ist nach zwei Wochen zu Ende ...

Beitragvon kashiraja am Sa 19.11.2016 15:45

Am Mittwoch, dem 26. Okt. kaufe ich mir für 300 € in Buenos Aires ein gebrauchtes Klapprad, vier Stunden später ist das Fahrrad gestohlen. Ich hatte dieselbe Sicherung verwendet, die in Indien sechs Monate lang völlig ausreichend war.
Am Samstag darauf bin ich zu Fuß auf dem Weg zur Fähre nach Uruguay. Da ich noch etwas argentinisches Radio hören möchte, mache ich im Schatten auf einem wenig belebten Platz Pause, stelle meinen kleinen Rucksack ab und krame im Großen, um die In-Ear-Kopfhörer auszubuddeln. Dann fragt mich sonderbarerweise (was ich da gar nicht als sonderbar empfinde) eine unscheinbar aussehende Frau nach etwas (wo sich etwas befindet), um etwas besser zu hören, mache ich einen Schritt auf sie zu und verliere dabei wohl den Beinkontakt zu meinem kleinen Rucksack. Bald darauf merke ich, dass der kleine (Deuter-)Rucksack, mit Computer (den ich fahrlässigerweise nicht mit Password geschützt hatte), Kindle-Reader, Ersatz-Handy, Ersatzbatterie für Fotoapparat, wertvolles Bügelschloss, das ich mir tagszuvor zugelegt hatte, und noch einigen anderen sehr nützlichen Reiseausrüstungen nicht mehr da ist. Keine Spur vom Täter und sonderbarerweise haben auch die auf den Bänken umhersitzenden nichts bemerkt.

In Montevideo bin ich dann bei einer psychopatischen Vermieterin (und deren treuherzigen Mann einquartiert), die mir einerseits freundlich alles anbietet, wenn ich das aber dann annehme, zum Vorwurf macht (wie die Nutzung des Computers) und mich zusammenscheißt wie einen kleinen Jungen. Das Zimmer, das sie mir gibt, ist angeblich nicht absperrbar und ich befolge am Sonntagnachmittag, wo noch alles eitel Sonnenschein ist, ihren Rat, meine Wertsachen im Zimmer zu lassen und nur mit etwas Bargeld in die Stadt zu gehen. Am Montag Abend nimmt Sie unter anderem den Vorwurf, ich hätte das Zimmerfenster trotz ausdrücklicher Bitte von ihr tagsüber offengelassen, zum Anlass, mich am nächsten Morgen um 8 Uhr des Hauses zu verweisen. Dabei ist sie selbst ins Zimmer gegangen und hat das Fenster sperrangelweit aufgemacht (beteuert aber mehrmals wie auch der Ehemann, sie würde nie in das Zimmer eines Gastes treten oder auch nur die Tür öffnen). Sie macht ein riesen Theater. Kommentar und Argumente völlig zwecklos, deshalb bereite ich ohne ein Wort zu wechseln die Weiterreise vor.
Als ich gegen 1 Uhr Nachts schon alles weitgehend vorbereitet ist, merke ich, dass von meinem Brustbeutel die Visa-Karte fehlt.
Nachdem ich die Frau kennengelernt habe, traue ich der eigentlich gebildeten Frau auch zu, mir am Sonntag die Karte aus einer irgendwie motivierten Böswilligkeit heraus entwendet zu haben. Ich hänge mich aber noch an die Hoffnung, dass ich die Karte beim Geldabheben am Samstag im Geldautomaten gelassen habe (wieder ein System, wo man nach dem Erhalt des Geldes extra auf einen Knopf für die Karte drücken muss), und dass ich von der Bank die Karte zurückerhalten könnte.

Von der Bank erhalte ich aber nur die Auskunft, dass eine Karte, die im Geldautomaten bleibt, automatisch vernichtet wird.
Die Maestro-Karte, die in Indien soviel wert war wie eine Kreditkarte, erweist sich in Süd-Amerika als völlig nutzlos. Eine Kreditkarte, die ich stattdessen, bei meiner Bank anfordern wollte, hatte mir die Bankangestellte ausgeredet. Eine weitere Kreditkarte, die ich von der Santander-Bank beantragt habe, erhielt ich wohl wegen fehlender Kreditwürdigkeit nicht (bisher kein Bescheid) ...

Ich komme zum Schluss, dass die Ziechen eindeutig gegen eine Weiterreise sprechen. Mit dem Bargeld, das ich noch habe, kann ich mir nur noch für ein paar Tage ein Zimmer leisten gescheige denn einen Computer zu kaufen, um die Zeit bis zum Eintreffen der Ersatzkarte sinnvoll zu verbringen, Das schlechte Wetter, die überhöhten Computer-Preise und der günstige Last-Minute-Flug von Montevideo nach München (knapp über 400 Euro) machen die Entscheidung leicht, erst mal zurückzufliegen und noch mal alles zu überdenken.
Argentinien und Uruguay gelten noch als relativ sichere Reiseländer Süd- und Mittelamerikas.

Ständig damit beschäftigt zu sein, seine Sachen zu sichern und zu schützen und Gestohlenes durch das minderwertige Angebot im Land zu ersetzen, macht keinen Spaß. Die Last-Minute-Flüge nach Süd-Amerika sind sehr teuer (über 1000 Euro). So werde ich wohl nicht so bald wieder hinunterfliegen. Was ich mit dem Rückflugticket am 22. Mai von Montreal nach München mache, weiß ich noch nicht.


Als ich das Fahrrad vor der Bibliothek mit leichter Sicherung stehen ließ, wusste ich, dass es gefährlich ist, dachte aber, Gott würde mich die zwei Stunden schon beschützen. Ich bat ihn auch darum. Als es dann doch passierte, war das schon ein heftiger Schlag. Ich nahm aber alles auf meine Kappe und war nach einem Tag darüber hinweg.
Als das mit dem Rucksack passierte, empfand ich es gleich wie einen Gau. Ich bin ziemlich unbekümmert und vertrauensselig, doch meinen Rucksack mit meiner gesamten Technikausrüstung hab ich doch immer wie meinen Augapfel gehütet und mir nicht vorstellen können, dass mir diesen jemals jemand außer mit brachialer Gewalt entreißen könnte. Nachdem er weg war, versuchte ich zwar auch etwas Gutes darin zu finden. Da kam mir aber dann schon ganz deutlich der Gedanke ins Bewusstsein: "Wenn es einem zu gut geht, dann macht er so eine Reise, man ist auf der Suche nach zusätzlichen Problemen, da ja meine Art zu Reisen, alles selbst zu organisieren, aus einem ständigen Problemlösen besteht."
Mit dem Mantra "Es ist das Gleiche.", d.h., dass gefühlsmäßig kein Unterschied für mich sein dürfte, wenn ich das Leben richtig verstehe, ob das eine oder andere geschieht, ging es am Tag danach auch darüber weg.
Dann kam das mit der Vermieterin, die mich am nächsten Tag gleich vor neue Probleme stellte. Ein sonderbares Aufeinandertreffen von vermeidbaren Problemen dachte ich mir.
Als ich dann Montag früh schon in Erwägung gezogen hatte, dass es Gottes Wille sein könnte, dass ich die Reise abbreche, mich aber deutlich entschieden hatte weiterzureisen (teilweise auch mit dem Argument, was würden die Leute sagen ..., aber auch "damit erweise ich Mutter Erde die Ehre") und dann noch das mit der Visa-Karte dazukam, fühlte ich mich schachmatt gesetzt und vermutete nun doch ziemlich stark, dass Gott mich in Deutschland mehr braucht als in Süd-Amerika. Und so gab ich mich dann, als es klar wurde, dass ich die Visakarte von der Bank nicht zurückbekomme, von der einen auf die andere Stunde in die neue Situation.
In Süd-Amerika hatte ich es in kurzer Zeit also dreimal mit Situationen zu tun, in denen ich äußere Ungereimtheiten durch Konzentration auf das dritte Auge, Gottes Willen und der Liebe, die daraus handelt (wie ich es in jeder Meditation übe) ins Gleichgewicht brachte. Mein Mantra war: In meinem dritten Auge finden alle Rätsel und Verwürfnisse der Welt ihre Auflösung.
Möge das mein Schatz sein, den ich aus Amerika zurückbringe, dass ich auf Situationen nicht mehr mit der Haltung zugehe, da ist was nicht in Ordnung, da stimmt was nicht, das ist ungerecht, das ist falsch, um mit der daraus gewonnenen verärgerten Energie in Aktion zu treten, sondern ich bin die Auflösung aller Ungerechtigkeit, in meinem dritten Auge ist die Lösung für alles, so dass ich ohne negative Gefühle, d.h. ohne Beeinträchtigung meines Energieflusses mit allem, mit dem ich konfrontiert bin, umgehen kann, um nüchtern nach einer Lösung zu suchen.
In meinem dritten Auge werden alle Probleme der Welt, aber zunächst auch nur mal meine eigene, gelöst. Dort gibt es die Antworten auf alles, mit was ich konfrontiert werde.
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