Erstes "Yoga-Ministerium"

Mit Blick durch die spirituelle Brille

Erstes "Yoga-Ministerium"

Beitragvon Dhrishtadyumna am Do 13.11.2014 14:00

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Indiens Premierminister Modi will mithilfe eines neuen Ministeriums die Probleme seines Landes ganzheitlich angehen. Yoga ist für ihn weit mehr als Gesundheitslehre und wird nun auch politisch. von Daniel Kestenholz, Bangkok
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Neue indische
Regierung hat einen
Yoga-Minister

Für manche ist Yoga eine Form von Körperübungen. Für andere eine Art von Achtsamkeit und Meditation. Für den neuen indischen Premierminister Narendra Modi ist Yoga auch Politik. Modi, ein überzeugter Vegetarier, Frühaufsteher und feuriger Anhänger der traditionellen indischen Gesundheitslehren, hat ein Ministerium für Yoga geschaffen. Yoga-Minister ist Shripad Yesso Naik, zuvor verantwortlich für Umwelt. Das neue Ministerium soll sich zugleich auch um Ayurveda, Naturheilkunde und Homöopathie kümmern.

Dass ein Yoga-Ministerium Teil von Modis Strategie zur Ankurbelung der Wirtschaft ist, überrascht nur auf den ersten Blick. Modi selber braucht täglich nur drei bis vier Stunden Schlaf. Wenn er sich müde fühlt, stärkt er sich mit tiefen Atemzügen, Meditation und eben Yoga. Und was für den Premierminister mit seinem Mammutprogramm gut ist, soll auch den Massen Kraft verleihen.

Lobbying für Yoga

Modi macht denn auch kein Geheimnis aus seiner Begeisterung für die traditionellen indischen Gesundheitslehren. Als Modi unlängst in Washington weilte, pries er gegenüber US-Präsident Barack Obama die Vorzüge von Yoga. Und als der australische Premierminister Tony Abbott im September in Neu-Delhi zu Gast war, schenkte Modi ihm ein Buch über Yoga. Vor der UNO-Vollversammlung schliesslich forderte Modi einen Welttag für Yoga, was offenbar von 50 UNO-Mitgliedstaaten unterstützt wurde.

Yoga sei nicht nur gesund, ist Modi überzeugt. Es könne den gesamten Lebenswandel ändern und ein Bewusstsein schaffen, das helfe, Probleme wie den Klimawandel anzugehen. Und weiter: «Yoga verkörpert die Einheit von Körper und Geist, von Denken und Handeln, von Zurückhaltung und Erfüllung, von Harmonie zwischen Mensch und Natur; ein ganzheitlicher Ansatz für Gesundheit und Wohlbefinden.»

Modi wollte einst Mönch werden. Am Ende wurde er Politiker und Regierungschef eines Landes, von dessen Regierung entschiedene Massnahmen gefordert werden – und nicht nur schöngeistige.

Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) ist beispielsweise fast jedes zweite Kind in Indien infolge Mangelernährung und schlechter Hygiene in seiner Entwicklung beeinträchtigt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass rund die Hälfte der indischen Bevölkerung keinen Zugang zu fliessendem Wasser und Toiletten hat. Zwar gilt Indien als industrialisiert, aber in vielen Teilen des Landes herrschen noch immer die gleichen Zustände wie vor Jahrzehnten.

Modis anspruchsvolles Ziel

Im vergangenen Oktober lancierte der Premierminister eine neue Kampagne: «Swachh Bharat» heisst sie und ihr Ziel ist es, dass bis im Jahr 2019 die gesamte indische Bevölkerung Zugang zu Toiletten und fliessendem Wasser hat. Der Zeitplan ist illusorisch, doch Modi weiss immerhin um die Dringlichkeit des Problems. Um die Herausforderungen anzupacken, fordert der Premierminister einen Bewusstseinswandel. Damit kommt wieder Yoga ins Spiel – als Teil von Modis Philosophie, die gewaltige Probleme Indiens ganzheitlich anzugehen.
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