Taize - für die Jugend aber auch fürs Alter

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Taize - für die Jugend aber auch fürs Alter

Beitragvon Dhrishtadyumna am Mo 25.06.2012 12:45

Vom Pfingstmontag bis zum folgenden Sonntag verbrachte ich bei herrlichem Wetter in Taize. Weil da gerade die Bayern und Badenwürtemberger exklusiv Ferien zu haben scheinen, wimmelte es von Deutschen, schätzungsweise 95% der Anwesenden. 8:30 Uhr war Mogengebet, dann Frühstück. Um 10:00 Uhr gab's die Bibeleinführung von einem Pater (Pater Pedro hielt einen Vortrag zum Buch Jesaja).

Mein Karma-Yoga schloss dann gleich an mit dem Säubern der Dusch- und Toilettenräume der Herren zusammen mit den Männern meiner elfköpfigen Gruppe. Diese Gruppe traf sich dann nachmittags um 15:30 Uhr zum Austausch, der einmal an den Fragen ausgerichtet war, die Pater Pedro aufgegeben hatte, aber auch zu allgemeinem Diskussionen zu Kirche und Spiritualität führte. Da in unserer Gruppe alle Deutsch sprachen (und auch deutsch waren) ging das sehr tief und ich konnte auch vorsichtig meine Yoga-Position vertreten.

12:30 Uhr war Mittagsgebet und danach Essensausgabe. Es bildeten sich riesige Schlangen. Weil aber die Mahlzeiten sehr einfach gehalten waren und alles sehr gut organisiert ist, ging es relativ schnell, so dass man auch noch Zeit hatte, um 14:00 Uhr in die Chor-Stunde zu gehen, in der das Singen der Lieder vierstimmig eingeübt wurde.

17:30 Uhr gabs noch Tee und ein Stück Kuchen und um 19:00 das Abendessen. Dann bereitete sich alles auf das Abendgebet vor, das um 20:30 losging.

Die Gebete bestanden fast ausschließlich aus herrlichen mantraartigen Gesängen, die aber wegen ihrer Vierstimmigkeit etwas von himmlischer Süße hatten. Es gab auch immer eine Zeit der Stille von mehreren Minuten, die jedoch die wenigsten für eine Yoga-Meditation nutzen. Ich selbst hab die Morgen- und Abendgebete fast vollständig durchmeditiert und auch meine Übungen gemacht. Das war bei dem verlockenden Gesang und meiner Freude am Singen manchmal gar nicht so leicht. Nach dem Abendgebet wurde aber noch bis spät in die Nacht von kleinen Gruppen weitergesungen, ich hab mich immer spätestens um 00:00 Uhr verabschiedet, weiß also nicht wie lange es genau ging.

Für kirchliche Verhältnisse ist die Gesinnung dort sehr offen und Demut und Hingabe auch ausgeprägt. Doch ist man noch sehr auf die Bibel, deren Auslegung durch katholische und evangelische Theologen und dem Anspruch des Allein-selig-Machenden der Kirchen fixiert.

Die Atmosphäre ist aber sehr friedlich und spirituell, ein Preisen Gottes in allen Sprachen, insgesamt auf jeden Fall ein Erlebnis, das ich nur weiterempfehlen kann. Was ich über das Buch Jesaja und die Denkweise der Krichenangehörigen erfahren habe war für mich persönlich auch sehr interessant.
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