Gesundheitsrisiko Fleischverzicht

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Gesundheitsrisiko Fleischverzicht

Beitragvon kashiraja am Do 27.02.2014 22:48

Das Original ist nachzulesen bei Focus-Online:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber ... 44746.html

Die Ergebnisse der Untersuchung mögen stimmen, die Schlüsse die daraus gezogen werden, wohl eher nicht. Auch Yogananda sagt ja, dass es auf der Erde viel weniger Krankheiten geben würde, wenn die Menschen kein Fleisch mehr essen würden.

Wie passt dies mit der Studie zusammen.

Es kann ja auch sein, dass viele Vegetarier zu Vegetariern geworden sind, weil sie dadurch ihre bereits vorhandenen Krankheiten besser in Griff bekommen. Solche Fälle sind mir bekannt.

Häufigere psychische Störungen, deuten auch darauf hin, dass Vegetarier einfach sensibler sind, was mir als sehr plausibel erscheint.

Vielleicht darf man sich von der fleischlosen Kost auch nicht zu viel erwarten, wenn man nicht gleichzeitig auch spirituelle Übungen macht.



Gesundheitsrisiko Fleischverzicht
Chronische Krankheiten verbreiteter

Insgesamt untersuchten die Grazer Wissenschaftler 18 chronische Erkrankungen. Im Vergleich zu den Viel-Fleischessern waren Vegetarier von 14 der 18 Krankheiten häufiger betroffen – dazu gehörten unter anderem Asthma, Diabetes, Migräne und Osteoporose. Die Vegetarier litten fast doppelt so häufig an Allergien wie Viel-Fleischesser (30,6 Prozent zu 16,7 Prozent). Zudem erkrankten sie wesentlich öfter an Krebs (4,8 Prozent zu 1,8 Prozent) als die Fleischliebhaber und erlitten häufiger einen Herzinfarkt (1,5 Prozent zu 0,6 Prozent).
Häufiger psychische Störungen
Doch nicht nur körperlich sind Vegetarier offenbar im Nachteil, wie die Studie vermuten lässt. Die österreichischen Forscher zeigten, dass sie doppelt so oft unter Angststörungen oder Depressionen litten wie Viel-Fleischesser (9,4 Prozent zu 4,5 Prozent). Damit bestätigten die Grazer eine Studie aus dem Jahr 2012. Die Wissenschaftler der Uni Hildesheim zeigten, dass Vegetarier deutlich häufiger an Depressionen, Angststörungen, psychosomatischen Beschwerden und Essstörungen leiden.
Plaer Natural: Vegetarisch essen im Zentrum von Palma de Mallorca
FOCUS Online Plaer Natural: Vegetarisch essen im Zentrum von Palma de Mallorca

Die Grazer Studie ergab weiter, dass Vegetarier stärker durch Krankheiten beeinträchtigt werden, häufiger zum Arzt gehen und mehr medizinische Therapien benötigen als Fleischesser. Zudem geht der Fleischverzicht offenbar mit einer niedrigeren Lebensqualität einher. In allen vier untersuchten Kategorien der Lebensqualität lagen die Werte der Vegetarier niedriger: körperliche und psychologische Gesundheit, soziale Beziehungen und umweltbedingte Lebensqualität. Einen kausalen Zusammenhang beschreiben die Forscher aber auch hier nicht.
„Im Hinblick auf die aktuellen Erkenntnisse wirken die unhaltbaren Gesundheitsversprechen von Vegetarier-Lobbyisten noch weitaus fragwürdiger“, sagt Ernährungswissenschaftler Knop. Er kritisiert damit den deutschen Vegetarierbund VEBU, der in einer Pressemitteilung schreibt: „Vegetarische Kostformen haben das Potenzial, die meisten dieser Zivilisationskrankheiten zu verhindern. Darüber hinaus können sie erfolgreich bei deren Behandlung eingesetzt werden.“ Knop rät: „Essen, was Spaß macht.“ Damit sei zumindest die Lebenszufriedenheit sicher gestellt.
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Antwort der Albert Schweizer Stiftung

Beitragvon kashiraja am So 02.03.2014 13:21

Natürlich gibt es auch eine offizielle Antwort auf diese sonderbare Vegetarierverunglimpfung:

nachzulesen hier:

http://albert-schweitzer-stiftung.de/ak ... campaign=w

Leben Vegetarier ungesund?
Vegetarierin mit ApfelDerzeit (28.02.2014) verbreiten mehrere Medien eine Studie der Uni Graz, genauer: Teile einer Zusammenfassung von Uwe Knop, wonach Vegetarier und Vegetarierinnen angeblich mehr Krankheiten hätten als nichtvegetarisch lebende Menschen. Unser Wissenschaftsressort hat die Studie und die Zusammenfassung gemeinsam mit unserem Wissenschaftsbeirat Dr. Markus Keller ausgewertet. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Die Schlüsse, die Uwe Knop aus der Studie der Uni Graz zieht, sind recht einseitig und nicht fundiert wissenschaftlich aufbereitet. In der Studie selbst gibt es nur wenige statistisch signifikante Unterschiede zwischen Vegetariern und Fleischessern. Die Zusammenhänge zwischen berichteten Erkrankungen und Vegetarismus werden von Uwe Knop irreführend dargestellt: Häufig beginnen Menschen, sich vegetarisch zu ernähren, wenn sie bereits an einer Krankheit leiden – um einen positiven Effekt auf die Gesundheit zu erzielen. Dies merken auch die Autoren der Studie an – u. a. in der Aussage, dass man keine Kausalschlüsse aus den Ergebnissen ziehen kann.

Diese Problematik der Umkehrung von Ursache und Wirkung taucht auch bei den Krebskranken und psychisch Kranken auf. Dr. Markus Keller weist darauf hin, dass psychisch Kranke dazu tendieren, sich vegetarisch zu ernähren, aber Vegetarier nicht dazu tendieren, psychisch krank zu werden (siehe z. B. Michalak et al., 2012). Auch bevor man Aussagen zum Krebsrisiko trifft, muss man untersuchen, ob die Kranken ihre Ernährung erst nach der Erkrankung umgestellt haben, was hier versäumt wurde.

Methodische Fehler
Methodische Fehler der Studie selbst sind u. a. die Überbewertung von minimalen Unterschieden, z. B. in der Kategorie »self-reported health generally« (Selbstauskünfte zur allgemeinen Gesundheit): Die Unterschiede sind zwar statistisch signifikant, aber rein numerisch nur minimal (Vegetarier: 1,78, Viel-Fleischesser: 1,57 auf einer Skala von 1 = »very good« bis 5 = »very bad«). Knop schreibt zudem, dass »Vegetarier häufiger zum Arzt gehen und mehr medizinische Therapien benötigen als Fleischesser«. Tatsächlich gibt es aber auch hier kaum eine Differenz: Vegetarier haben in den 12 Monaten vor der Studie 1,69 Ärzte, Viel-Fleischesser 1,60 Ärzte aufgesucht.

Mängel in der Stichprobe
Neben der Überbewertung von Minimalunterschieden wirkt auch die Stichprobe selbst nicht repräsentativ. In allen uns bekannten Studien liegt der Raucheranteil bei vegetarisch lebenden Menschen deutlich unter dem von MischköstlerInnen. In dieser Studie unterscheidet sich der Raucheranteil zu unserer Verwunderung nicht. Die Studie ist außerdem vom Studiendesign her nicht optimal durchdacht, um Unterschiede zwischen Vegetariern und Fleischessern aufzudecken: Die Einteilung in die Ernährungsgruppen erfolgte nach Selbsteinschätzung der Teilnehmer und ohne Definition der Begriffe. Der tatsächliche Lebensmittelverzehr wurde nicht kontrolliert. Auch wurden unter der kleinen Gruppe der Vegetarier sowohl Veganer, Vegetarier als auch Pescetarier zusammengefasst. Die Gruppe der Pescetarier war dabei größer als die Gruppen der vegetarisch und vegan lebenden Menschen zusammen. Genau genommen wurden also vor allem Nicht-Vegetarier mit anderen Nicht-Vegetariern verglichen.

Vegetarier sind gesünder
Insgesamt lässt die Studie, entgegen der problematischen Pressemitteilung von Uwe Knop, keine negativen Aussagen über den Gesundheitszustand von Vegetariern zu. Auch sollte man generell nie einzelne Studien zurate ziehen, um solche Aussagen zu treffen. Entscheidend ist vielmehr das Gesamtbild aller Studien zum Thema – und hier schneiden vegetarisch lebende Menschen deutlich besser ab als Viel-FleischesserInnen. TIME hat dazu jüngst einige Studien zusammengefasst.
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